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Inhalt: Der Kinderzeichnung kommt bei Entwicklungsstörungen
im Rahmen des Gesamtplans einer medizinisch-psychologisch-(sonder)pädagogischen
Diagnostik, der Förderung und Therapie eine wichtige Bedeutung
zu. Freie zeichnerische Gestaltungen und Zeichentests können
als orientierende diagnostische Verfahren eingesetzt werden und
zeigen bei Kindern mit motorischen Entwicklungsstörungen, Störungen
in der Wahrnehmungsverarbeitung, Konzentrations-, Lern- oder Verhaltensstörungen
charakteristische Auffälligkeiten mit Unterschieden zur altersentsprechenden
Entwicklung. Die ganzheitlich orientierte Analyse der Kinderzeichnung
mit der Bestimmung von Entwicklungsmerkmalen und von emotionalen
Zeichen gibt wichtige Hinweise zur Beurteilung der emotional-sozialen,
visuo-motorischen, sprachlichen, perzeptiven, kognitiven und kreativen
Entwicklung des Kindes und kann im Bereich der Entwicklungsdiagnostik,
der Diagnostik von Teilleistungsstörungen, der Therapieplanung,
Therapie, Förderung oder im Bereich der Prävention in
Kindergärten oder Schulen gezielt eingesetzt werden. In der
freien Zeichnung oder in Zeichentests ohne Zeitdruck und Prüfungsangst
lassen sich als Ergänzung und Absicherung der standardisierten
Intelligenzdiagnostik bei Kindern mit Leistungsängsten wichtige
Hinweise für ihre geistigen Potentiale und für ihre individuellen
Ausdrucksmöglichkeiten im sprachlichen und kreativen Bereich
ermitteln, ebenso wichtige Hinweise für Traumatisierungen und
Regressionen, für Hochbegabung und Sonderbegabung. Aus den
sprachlichen Äußerungen der Kinder zu ihren Bildern lässt
sich die Motivstruktur des Kindes erkennen mit Hinweisen für
aktuelle Erlebnisinhalte sowie für vorliegende emotional-soziale
Probleme oder Störungen. Die Interpretation von auffälligen
emotionalen Zeichen in der Kinderzeichnung sollte in entwicklungspsychologische
Zusammenhänge und in die Ergebnisse der Anamnese, der Explorationsgespräche
und der anderen vorliegenden Untersuchungsbefunde eingeordnet werden.
Setzt man die Kinderzeichnung in der Prävention als Screening-Verfahren
gezielt in Kindergärten, Vorschulen oder Schulen ein, können
Kinder mit Entwicklungsstörungen oder mit emotional-sozialen
Störungen frühzeitig erkannt und weiterführende diagnostische
und gegebenenfalls entwicklungstherapeutische oder psychotherapeutische
Interventionen rechtzeitig eingeleitet werden, ehe es zur Chronifizierung
von Störungsbildern kommt. Auch in pädiatrischen Vorsorgeuntersuchungen
hat sich der gezielte Einsatz der Kinderzeichnung sehr bewährt.
Ziel:
In diesem Grundkurs soll eine Einführung in das Gebiet der
ganzheitlich und entwicklungspsychologisch orientierten Analyse
und Interpretation der Kinderzeichnung nach neuen praxisbezogenen
Leitlinien vermittelt werden. Es werden Zeichnungen altersentsprechend
entwickelter Kinder ab 1;11 Jahren bis zum Jugendalter als Langzeitbeobachtungen
in Diaserien und Originalen demonstriert und unter entwicklungspsychologischen
Gesichtspunkten ausgewertet. In Unterscheidung zu diesen Zeichnungen
werden vor allem Zeichnungen von Kindern mit Teilleistungsstörungen,
von sprach-, wahrnehmungs-, konzentrations- und lerngestörten
sowie von geistig behinderten und von verhaltensgestörten Kindern
analysiert und auch im Hinblick von Therapie- und Förderkonzepten
besprochen. In diesem Zusammenhang wird die Anwendung des Frostig-Konzepts
in Pädagogik und Therapie im Überblick und in der Zusammenfassung
dargestellt.
Methodik:
In einer Bilderserie wird ein Überblick über die altersentsprechende
Entwicklung der Kinderzeichnung bis ins Jugendalter vorgestellt
und entwicklungspsychologisch eingeordnet. Bei der Arbeit in Kleingruppen
werden Fallbeispiele mit Kinderzeichnungen in der Langzeitbeobachtung
von den KursteilnehmerInnen unter Anleitung analysiert. Gemeinsam
werden ganzheitlich orientierte Ansätze für die Planung
entwicklungstherapeutischer Maßnahmen erarbeitet. Diese Fallbeispiele
werden abschließend in Videofilmen demonstriert und diskutiert.
Zeichentests werden im Überblick vorgestellt.
Durch praktische Übungen soll der persönliche Bezug zum
Medium des Malens und Zeichnens hergestellt oder vertieft werden.
Die Diskussion von Fallbeispielen, auch der TeilnehmerInnen, wird
wesentlicher Bestandteil dieses Kurses sein.
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Zielgruppe:
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ÄrztInnen,
ErzieherInnen, HeilpädagogInnen, PsychologInnen, (Sonder)PädagogInnen,
SozialpädagogInnen, TherapeutInnen
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Anmeldung
und
Organisation:
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Deutsche
Akademie für Entwicklungs-Rehabilitation e.V.
Heiglhofstraße 63, 81377 München
Tel. : 089/724968011/12, Fax: 089/72496820
Kursnummer 062028
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